Wie Fenster die Raumtemperatur im Sommer beeinflussen – Ratgeber für das Ruhrgebiet

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Fensterbauer Bochum

Im Sommer können Fenster sowohl Verbündete der Kühle als auch die Hauptursache für überhitzte Wohnräume sein. Laut dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik gelangen bis zu 75–80 % der unerwünschten Sonnenwärme durch Verglasungen ins Innere. Gleichzeitig können richtig gewählte und richtig genutzte Fenster die Innentemperatur im Vergleich zu ungeschützten Räumen um bis zu 5–8 °C senken.

In diesem Artikel erklären wir, welche Fenstereigenschaften für den sommerlichen Wärmeschutz entscheidend sind, wie man Fenster optimal nutzt und wann ein Austausch der alten Verglasung sinnvoll ist. Das Thema ist besonders relevant in dicht besiedelten Städten des Ruhrgebiets — wer sich heute nach neuen Fenster in Bochum umsieht, stellt sich genau diese Fragen.

Warum beeinflussen Fenster die Raumtemperatur im Sommer so stark?

Der Mechanismus der Aufheizung durch Verglasung

Glas lässt kurzwellige Sonnenstrahlung (sichtbares Licht) in den Raum eintreten. Dort wandelt sie sich in Wärme (langwellige Strahlung) um, die das Glas nicht mehr nach außen durchlässt. Das ist der klassische Treibhauseffekt im Zimmermaßstab.

Die drei wichtigsten Wärmeübertragungswege durch ein Fenster:

  1. Sonnenstrahlung — direkt (durch die Scheibe) und diffus (durch Bewölkung)
  2. Konvektion — erwärmte Luft an der Scheibe zirkuliert im Raum
  3. Wärmeleitung — Wärme überträgt sich durch Rahmen und Dichtungen

Wichtige Kennwerte von Fenstern und ihre Wirkung im Sommer

1. Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert / SHGC)

Definition: Der g-Wert (Solar Heat Gain Coefficient) gibt an, welcher Anteil der Sonnenenergie durch die Verglasung ins Rauminnere gelangt. Er wird als Dezimalzahl oder Prozentwert angegeben.

g-Wert Verglasungstyp Einsatzbereich
0,60–0,72 Standard-Isolierverglasung Einfamilienhäuser, Nordfassaden
0,30–0,50 Wärmedämmglas (Low-E) West- und Ostfassaden
0,10–0,27 Sonnenschutzverglasung Südfassaden, große Glasflächen

Wichtige Faustregel: Je niedriger der g-Wert, desto weniger Sonnenwärme gelangt im Sommer ins Innere. Ein zu niedriger g-Wert reduziert jedoch auch die solaren Gewinne im Winter und erhöht die Heizkosten.

2. Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung (Ug) und des Fensters (Uw)

Der Uw-Wert bezieht sich auf das gesamte Fenster einschließlich Rahmen. Moderne Dreifachverglasungen erreichen Uw-Werte unter 0,8 W/(m²·K). Allein ein niedriger Uw-Wert reicht im Sommer jedoch nicht aus — der g-Wert ist ebenso entscheidend.

3. Rahmenmaterial

Wer im Ruhrgebiet nach neuen Fenstern sucht, hat heute vor allem zwei bewährte Materialien zur Auswahl:

  • Kunststoff (PVC): Sehr gute Wärmedämmung, geringe Wärmespeicherkapazität, wartungsarm und kosteneffizient — die meistgewählte Lösung im städtischen Wohnungsbau
  • Aluminium mit thermischer Trennung: Langlebige, schlanke Profile mit modernem Erscheinungsbild; durch die thermische Trennebene deutlich bessere Dämmwerte als klassische Alu-Rahmen; ideal für Objekte mit Anforderungen an Designqualität und Witterungsbeständigkeit

Beide Materialien sind für alle Klimaanforderungen im Ruhrgebiet bestens geeignet — von der Gründerzeitvilla bis zum Reihenhaus der 1970er Jahre.

Ausrichtung der Fenster und ihre Auswirkung auf die Raumtemperatur

Jede Himmelsrichtung erfordert eine andere Strategie beim Sonnenschutz:

Südfenster

Sie erhalten im Sommer die intensivste Sonneneinstrahlung (Sonne im Zenit). Empfehlenswert sind:

  • Verglasung mit g-Wert ≤ 0,35
  • Außenmarkisen (reduzieren solare Einträge um 70–90 %)
  • Tiefes Gesims oder architektonischer Dachüberstand

Westfenster — die kritischste Ausrichtung im Sommer

Die nachmittägliche Tiefsonnen-Einstrahlung ist besonders problematisch, weil sie flach einfallt und sich nicht durch einen Dachüberstand abschatten lässt. Außenrollos oder Raffstores sind hier unverzichtbar.

Ostfenster

Das Morgenlicht ist milder und heizt Räume deutlich weniger auf als die Westsonne.

Nordfenster

Im westdeutschen Klima — etwa in Nordrhein-Westfalen — verursachen Nordfenster kaum Überhitzung. Hier darf der g-Wert ruhig etwas höher liegen, um die solaren Gewinne im Winter zu nutzen.

Außenliegender vs. innenliegender Sonnenschutz

Dies ist eines der wichtigsten Prinzipien des baulichen Wärmeschutzes, das viele Haushalte unterschätzen:

Außenliegender Sonnenschutz ist 3–5 Mal wirksamer als innenliegender.

Eine Markise oder ein Außenrollo blockiert die Strahlung, bevor sie die Scheibe erreicht. Ein innenliegender Vorhang oder ein Rollo lässt die Wärme dagegen erst durch die Scheibe ins Zimmer, bevor er sie wieder abgibt.

Sonnenschutzart Reduzierung der Wärmeeinträge Hinweise
Außenmarkise 70–90 % Wirksamste Lösung, wartungsintensiv
Außenrollo / Rolladen 75–85 % Zusätzlicher Einbruchschutz
Außenjalousie / Raffstore 65–80 % Lamellenwinkel stufenlos verstellbar
Sonnenschutzfolie auf der Scheibe 40–60 % Kein Außenmontageaufwand
Innenrollo (Textil) 15–25 % Im Sommer kaum wirksam
Innenjalousie (Horizontallamellen) 10–20 % Nur geringfügige Verbesserung

Nachtlüftung — kostenloses Kühlen durch Fenster

Eine der besten und kostenlosesten Strategien ist die sogenannte Nachtlüftung mit Querlüftung. Das Prinzip: Wohnung nachts und frühmorgens intensiv lüften (wenn die Außentemperatur unter die Innentemperatur sinkt), tagsüber alle Fenster geschlossen halten.

So geht es richtig:

  1. Ab ca. 22:00 Uhr Fenster auf gegenüberliegenden Seiten der Wohnung öffnen (Querlüftung)
  2. Gegen 7:00–8:00 Uhr morgens alle Fenster und Rollläden schließen
  3. Fenster geschlossen halten, solange die Außentemperatur über der Innentemperatur liegt
  4. Abends wieder öffnen, sobald es draußen kühler wird

Im Ruhrgebiet ist diese Strategie besonders effektiv, da die Nächte meist deutlich kühler sind als die Tage. Nicht ohne Grund betonen Fachbetriebe für Fenster in Bochum, wie wichtig dabei ein hochwertiges Beschlag- und Mikrolüftungssystem ist, das gezieltes Spaltlüften komfortabel und sicher ermöglicht.

Wann lohnt sich der Fenstertausch für mehr Sommerkomfort?

Alte Fenster (Baujahr vor 2000) erfüllen heutige Dämmstandards häufig nicht mehr. Ein Austausch ist sinnvoll, wenn:

  • Einfach- oder Zweifachverglasung ohne Wärmedämmbeschichtung verbaut ist
  • Die Raumtemperatur trotz Beschattung dauerhaft über 28–30 °C liegt
  • Rahmen verzogen oder Dichtungen beschädigt sind — warme Luft dringt durch Undichtigkeiten ein
  • Das Fenster keine Kippfunktion oder Mikrospaltlüftung bietet

Neue, energieeffiziente Fenster amortisieren sich sowohl im Sommer (weniger Überhitzung) als auch im Winter (niedrigere Heizkosten). Der Markt für Fenster in Bochum bietet heute eine breite Auswahl an Lösungen für die typische Bestandsbebauung im Ruhrgebiet — von der Gründerzeitkaserne bis zum Reihenhaus der Nachkriegszeit.

FAQ — Häufig gestellte Fragen

Sind getönte Scheiben im Sommer besser?
Getönte Scheiben haben zwar einen niedrigeren g-Wert, aber auch eine geringere Lichttransmission (Tv). Eine gute Alternative sind Scheiben mit selektiver Sonnenschutzbeschichtung: Sie lassen Tageslicht durch, blockieren aber einen Großteil der infraroten Wärmestrahlung.

Ist eine Klimaanlage besser als Lüften?
Bei sehr hohen Außentemperaturen (über 35 °C) ist eine Klimaanlage wirksamer. Bei typischen westdeutschen Sommertemperaturen ist die nächtliche Naturlüftung jedoch günstiger, energiesparender und gesünder.

Spielt die Scheibendicke eine Rolle?
Die Dicke der Glasscheibe selbst hat kaum Einfluss auf die Wärmedämmung. Entscheidend sind die Breite des Gasraums (Argon, Krypton) zwischen den Scheiben und die aufgebrachten Beschichtungen.

Kann man Außenrollos an bestehenden Fenstern nachrüsten?
Ja. Es gibt Aufsatzsysteme, die ohne Eingriff in das Mauerwerk montiert werden können. Ihre Wirksamkeit ist jedoch etwas geringer als bei werkseitig integrierten Rollladensystemen im Sturz.

Fensterbauer Bochum — 7 Regeln für kühle Räume im Sommer

  1. Verglasung mit niedrigem g-Wert wählen (≤ 0,35–0,40) für Süd- und Westfassaden
  2. Außenliegenden Sonnenschutz installieren — Markisen oder Außenjalousien
  3. Nachts intensiv lüften, tagsüber Fenster geschlossen halten
  4. Himmelsrichtung berücksichtigen — Westfenster brauchen besondere Aufmerksamkeit
  5. Dichtungen regelmäßig prüfen — undichte Fenster lassen heiße Luft eindringen
  6. Sonnenschutzfolien als Nachrüstlösung für vorhandene Verglasungen in Betracht ziehen
  7. Beratung beim lokalen Fachbetrieb — Profil- und Glaswahl sollte immer auf Ausrichtung und Bebauungsumfeld abgestimmt sein

Quellen und Fachliteratur

  • Fraunhofer-Institut für Bauphysik: Sommerlicher Wärmeschutz, IBP Merkblatt WTA 6-2
  • Deutsches Institut für Normung: DIN 4108-2 (Mindestwärmeschutz, Sommerlicher Wärmeschutz)
  • Passivhaus Institut Darmstadt: Gesamtenergiedurchlassgrad und Fensterauswahl, 2023
  • Umweltbundesamt: Klimaanpassung in der Stadtentwicklung, Dessau 2024
  • GEG 2024: Anforderungen an Fenster und Verglasung im Wohnungsbau

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Aufklärung. Vor einer Kaufentscheidung empfehlen wir die Beratung durch einen zertifizierten Fachbetrieb oder Energieberater.

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